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EIN PARADIES VON FARBEN - RÄTSEL ZUM ENTZIFFERN
Bewegungsfreude und meditativ umgesetzte Erinnerung sind der Stoff, aus dem die Bilder von Ruth Helena Fischer gemacht sind. Der Betrachter wird eingeladen, auch seine Fantasie strömen zu lassen.
Geheimnisvoll das tiefe blaue Rund, eine Höhle vor dem fallenden weissblauen Hintergrund, niederstürzendes Weiss, in vielen Facetten grün und blau gebrochen, graugrüne geschichtete Brocken, grüne aufwärtsstrebende Elemente. Was auf den ersten Blick wie eine teilweise verdeckte Kugel im Zentrum des Dreier-Farbspiels aussieht, ist Ruth Helena Fischers Umsetzung der Iguaçufälle, der riesigen Wasserfälle im südwest-brasilianischen Urwald
Individuell entwickelter Stil - gelebte Inhalte
Bisher widmete sie ihre malerische Begabung intensiv dem Tanz und inspirierte sich gleichzeitig an diesem, arbeitete sie doch jahrelang mit dem Schweizerischen Kammerballett zusammen, schaffte Bühnenbilder und einen Video-Film.
Eine weitere Inspirationsquelle sind für sie ihre zum Teil sehr ausgedehnten Reisen. Dabei setzt sie sich an den Stätten des Erlebens nicht zeichnend nieder - vielleicht ein Foto als Gedankenstütze. Alles, was nachher daraus entsteht, ist Erinnerung, Entwicklung, malerische ungegenständliche Umsetzung und Abstraktion im Atelier, keiner bestimmten Stilrichtung verpflichtet.
Und da zeigt sich eben wieder der Einfluss des Tanzes: Schwung, Drehung, Rotation, eine zumeist kühn-entschlossene Pinselführung mit Oel oder auch wieder fast statisch-abgehobenes Emporrecken, etwa bei den drei Peruanerinnen.
Die Statik ist aber auch in ihren Städtebildern nicht mit Bewegungslosigkeit gleichzusetzen. Häuser starren in die Höhe, biegen sich, stürzen um. Peruanerinnen, Häuser - das sind angedeutete Formen, die sich vor dem Betrachter aus der farblichen Fülle herauslösen. Aber auch, wenn die Peruanerinnen ausgemergelt sind, die Häuser in den Fundamenten zu wackeln scheinen, Ruth Helena Fischers Inhalte sind weder negativ anrührend, noch als Problemlösungen gemeint. Sie malt vor allem in energiegeladener Stimmung, wenn sie einen Elan weitergeben kann.
Ruth Helena Fischer lebt und arbeitet in der Schweiz. Sie hat über eine längere Zeit auch mit Werkstoffen wie Stein, Gips und Ton experimentiert, bevor sie 1986 zur Malerei zurückgekommen ist, in der sie sich durch viele Workshops weitergebildet und schliesslich auf autodidaktischem Weg zum heutigen Stand gefunden hat. Ihre Bilder waren bisher in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, vorwiegend in der Schweiz, aber auch in Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien, Bolivien und schliesslich auch in Brasilien.
Susanne Lilli Bräm-Leemann, lic. phil. I, Zürich
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